St. Martin gehört zu den ältesten Sakralbauten der Gegend und ist für Biberach die Mutterkirche aller übrigen Gotteshäuser. Sein Standort war im Mittelalter für die Anlage des Marktes und die Entwicklung der Reichsstadt bestimmend. Hier haben fast 25 Bürgergenerationen gebetet und gefeiert, die Sakramente empfangen, sich gefreut und getrauert. Darüber hinaus zählt die Martinskirche seit 1548 zu den historischen Simultankirchen Deutschlands und kann so als Denkmal einer über Jahrhunderte hinweg verwirklichten Ökumene gelten. Aber auch in stilgeschichtlicher Hinsicht ist sie als reichsstädtisches Gotteshaus des spätmittelalterlichen und barockbegeisterten Schwäbischen Oberlandes von hohem Rang. Architektonisch noch der nüchternen Bauweise der Bettelorden verpflichtet, zeichnet sich diese dreischiffige Pfeilerbasilika vor allem durch die Arbeiten des Freskanten Johannes Zick, des Tafelmalers Joseph Esperlin und des Bildhauers Johann Eucharius Hermann aus. Aber nicht nur, weil alle auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft hier tätig waren: In vereintem Bemühen haben sie der Biberacher Stadtkirche, die zu besuchen sich immer wieder lohnt, ein unverwechselbares Gepräge gegeben.
Biberach a. d. Riß
Stadtpfarrkirche St. Martinus und Maria
Die Kleinen Kunstführer erscheinen zu einzelnen Kirchen, Klöstern, Schlössern, Burgen, Kunstlandschaften, Städten und Museen im abendländischen Kulturraum und bilden als Sammlung eine reich illustrierte topographische Bibliothek der Kunstschätze Europas. In knapper, ansprechender Form sowie nach einheitlichem Schema und auf aktuellem Forschungsstand liefern die Kunstführer einen fundierten Überblick über Geschichte, Baumeister, Künstler, Architektur, Stil, Ausstattung und Bedeutung der Bilder in den einzelnen Kunststätten. Die Texte sind verständlich und flüssig geschrieben und können in der für einen Besuch zur Verfügung stehenden Zeit gelesen werden. Das aktuelle Layout und die Ausgestaltung des Führers mit brillanten, von ausgewiesenen Fotografen angefertigten Bildern machen die Lektüre zu einem besonderen Vergnügen, so dass man den Führer auch zuhause gern wieder in die Hand nimmt. Ergänzend zu den Kleinen Kunstführern sind bisher über 270 Große Kunstführer erschienen, die die entsprechenden Denkmäler im Handbuchformat und ausführlicher darstellen. Eine Reihe von Denkmälern werden inzwischen durch Hörbücher oder Audioguides für iPhones bzw. Smartphones erschlossen, die unsere Tochterfirma Artguide herstellt.
