In seiner Festpredigt zur Kirchenweihe am 3. November 1963 ging Bischof Rudolf auch auf die Aufgaben der Architektur von Herz Marien ein. Er betonte, dass »der moderne Mensch des 20. Jahrhunderts die Kirche als Ort der Stille und Besinnung brauche, vor allem auch als Stätte, wo die Dinge klar und deutlich beim Namen genannt werden, und wo ohne Umschweife die Wahrheit verkündet und der Wille Gottes kundgetan werde«. Indem Wernhard auf keine der traditionellen Kirchenbauformen zurückgriff, sondern für Herz Marien eine neuartige Raumgestaltung und Lichtführung entwickelte, schuf er auch die Voraussetzung für ein neues, sinnliches Erleben bei der stillen Betrachtung, der Predigt und der Feier der Eucharistie. Die gewollte Offenheit aller Raumteile und die betont zurückhaltende Oberflächengestaltung führen den Blick direkt und ohne Ablenkung zum liturgischen Zentrum. Keine Stützpfeiler oder Hängelampen beeinträchtigen die Orientierung. Durch das ansteigende Kirchendach des Hauptraumes und die höhengleiche Anbindung der seitlichen Räume erhält die Altarinsel Weite und ihre stereometrische Mitte. Die aufsteigenden Mauerlinien der Seitenwände im Hauptraum führen gleichsam zentralperspektivisch zur Lichtkuppel.
Regensburg
Herz Marien
In seiner Festpredigt zur Kirchenweihe am 3. November 1963 ging Bischof Rudolf auch auf die Aufgaben der Architektur von Herz Marien ein. Er betonte, dass »der moderne Mensch des 20. Jahrhunderts die Kirche als Ort der Stille und Besinnung brauche, vor allem auch als Stätte, wo die Dinge klar und deutlich beim Namen genannt werden, und wo ohne Umschweife die Wahrheit verkündet und der Wille Gottes kundgetan werde«. Indem Wernhard auf keine der traditionellen Kirchenbauformen zurückgriff, sondern für Herz Marien eine neuartige Raumgestaltung und Lichtführung entwickelte, schuf er auch die Voraussetzung für ein neues, sinnliches Erleben bei der stillen Betrachtung, der Predigt und der Feier der Eucharistie. Die gewollte Offenheit aller Raumteile und die betont zurückhaltende Oberflächengestaltung führen den Blick direkt und ohne Ablenkung zum liturgischen Zentrum. Keine Stützpfeiler oder Hängelampen beeinträchtigen die Orientierung. Durch das ansteigende Kirchendach des Hauptraumes und die höhengleiche Anbindung der seitlichen Räume erhält die Altarinsel [...]
