Der Band betrachtet die verschiedenen daran geknüpften politischen wie sozialen oder auch kulturellen Identitäten über das Ende des Ancien Régime bzw. des Alten Reiches hinweg: von autonomen Reichsfürsten, Herren mehrerer rheinischer Kleinterritorien, die zugleich niederländische Aristokraten waren, zu Großgrundbesitzern im Nordwesten Deutschlands, die aber weiterhin mit Brüssel, Wien und schließlich auch Berlin verbunden waren. Der Erste Weltkrieg schuf hierfür eine unlösbare Konfliktlage: Loyalität zum Staat war nicht mehr verhandelbar, Mehr- oder Überstaatlichkeit von Familien galt nicht mehr.
- Europäische Adelsgeschichte in einer deutschen Perspektive der "langen Dauer": Wie wandelten sich Identitäten zwischen Staaten, Nationen, über "Brüche" hinweg?
- Regionale rheinische, westfälische, niedersächsische Verankerung einer europäischen Dynastie. Wie funktionierte fürstliche Herrschaft, wie wirkte sie sich aus?
- Exemplarisch wird das Schicksal eines Kleinterritoriums im Alten Reich dargestellt, seine Funktionalität und auch Dysfunktion.

