Die Orgel von Ostönnen scheint zunächst eine ganz normale westfälische Barockorgel zu sein. In Wirklichkeit ist sie aber ein einzigartiges Instrument. In keiner anderen Orgel sind so viele Pfeifen aus der Zeit um 1430 erhalten und in keiner anderen spielbaren Orgel gibt es noch eine Windlade, deren Kern ebenfalls auf diese Zeit zurückgeht. Außerdem sind die sehr schon und solide gemachten alten Bleipfeifen von einer außerordentlich hohen Qualität. Klanglich ist das Instrument außerdem sehr wertvoll, weil gerade die sehr bestimmenden Grundregister Principal 8’ und Octave 4’ noch weitgehend ihre gotischen Mensuren mit dem charakteristischen langsamen Durchmesserverlauf im Discant beibehalten haben. Bei den noch spielbaren frühen Orgeln ist dies eine Seltenheit. Der Klang einer Orgelpfeife wird jedoch nicht nur durch ihre Mensur bestimmt, auch die Machart spielt eine wesentliche Rolle. Selbst die in der Mensur veränderten bzw. zu Gedeckten umgebauten Pfeifen haben ihren komplexen, warmen und tragfähigen Klang bemerkenswert gut erhalten. Die Ostönner Orgel ist somit nicht nur ein historisch und organologisch bedeutendes Denkmal, sondern auch ein Musikinstrument von besonderer Schönheit mit einem unverkennbar eigenen Charakter, das nach fast 600 Jahren seine Zuhörer noch immer berührt und begeistert.
Ostönnen
Die Gotische Orgel
Die Kleinen Kunstführer erscheinen zu einzelnen Kirchen, Klöstern, Schlössern, Burgen, Kunstlandschaften, Städten und Museen im abendländischen Kulturraum und bilden als Sammlung eine reich illustrierte topographische Bibliothek der Kunstschätze Europas. In knapper, ansprechender Form sowie nach einheitlichem Schema und auf aktuellem Forschungsstand liefern die Kunstführer einen fundierten Überblick über Geschichte, Baumeister, Künstler, Architektur, Stil, Ausstattung und Bedeutung der Bilder in den einzelnen Kunststätten. Die Texte sind verständlich und flüssig geschrieben und können in der für einen Besuch zur Verfügung stehenden Zeit gelesen werden. Das aktuelle Layout und die Ausgestaltung des Führers mit brillanten, von ausgewiesenen Fotografen angefertigten Bildern machen die Lektüre zu einem besonderen Vergnügen, so dass man den Führer auch zuhause gern wieder in die Hand nimmt. Ergänzend zu den Kleinen Kunstführern sind bisher über 270 Große Kunstführer erschienen, die die entsprechenden Denkmäler im Handbuchformat und ausführlicher darstellen. Eine Reihe von Denkmälern werden inzwischen durch Hörbücher oder Audioguides für iPhones bzw. Smartphones erschlossen, die unsere Tochterfirma Artguide herstellt.
