Am Mittwoch, dem 29. April, wurde die Ausstellung A European Collection. Meisterwerke aus dem Khanenko Museum in Kyjiw in der Stadthalle Aschaffenburg feierlich eröffnet. Die Grußworte beschrieben, dass sich die Kiewer sofort nach Beginn des russischen Angriffskrieges intensiv um den Schatz ihrer Kulturgüter gekümmert haben und dabei von verschiedenen Ländern Europas, darunter natürlich Deutschland, tatkräftig unterstützt wurden. Um die bedeutenden Bestände an Malerei des 15. bis 19. Jahrhunderts zeigen zu können, wurden Ausstellungskooperationen mit Museen in Den Haag, Warschau und Köln initiiert. In Aschaffenburg ist nun erstmals der Kernbestand der Sammlung wieder zusammengeführt worden, der vor allem italienische und niederländische Gemälde umfasst.
Eine Sammlung mit europäischer Strahlkraft
Das Bohdan und Varvara Khanenko Nationalmuseum in Kyjiw beherbergt den bedeutendsten Bestand abendländischer Kunst in der Ukraine. Seine rund 17.000 Werke umspannen Epochen von der Antike bis ins 19. Jahrhundert und reichen geografisch von Westeuropa bis nach Persien, China und Japan. Die nun in Aschaffenburg versammelten Gemälde stammen von namhaften europäischen Künstlern des 15. bis 19. Jahrhunderts – darunter Peter Paul Rubens, Bernardo Bellotto, Pieter Brueghel d. J., Jacob Jordaens und Antonio Canova, ergänzt durch Werke aus den Werkstätten von Hieronymus Bosch und Rembrandt.
Die wichtigste Präsentation ukrainischen Kulturerbes in Europa
Die Ausstellung ist das Ergebnis einer außergewöhnlichen Kooperation zwischen dem Khanenko Nationalmuseum und den Museen der Stadt Aschaffenburg und ist zur wichtigsten und umfangreichsten Präsentation ukrainischen Kulturbesitzes in Europa seit Beginn des Krieges geworden. Kuratiert wird die Ausstellung von PD Dr. Thomas Schauerte, Direktor der Museen der Stadt Aschaffenburg, der es mit seinem Team schaffte, in weniger als einem Jahr die Ausstellung samt eines Ausstellungskatalogs in drei Sprachen auf die Beine zu stellen.
Mehr als Kunstgenuss – ein Zeichen der Solidarität
Das Khanenko Museum ist in der ehemaligen Villa seiner Stifter im Herzen Kyjiws beheimatet – einem Gebäude, das 2022 durch den russischen Angriffskrieg beschädigt wurde. Die Ausstellung macht damit auch die gezielte Bedrohung kultureller Institutionen in Kriegszeiten sichtbar.
Der Katalog erscheint bei Schnell & Steiner
Begleitend zur Ausstellung ist der dreisprachige Katalog in unserem Verlag erschienen. Er dokumentiert die gezeigten Werke wissenschaftlich fundiert und bietet darüber hinaus Einblicke in die Geschichte der Sammlung und des Museums. Ein unverzichtbares Kompendium für alle, die die Ausstellung besuchen – und für alle, die es noch vorhaben.
A European Collection. Meisterwerke aus dem Khanenko Museum in Kyjiw Christian Schad Museum, Aschaffenburg 30. April 2026 bis 10. Februar 2027