Präsentation durch die Prokuratorie von San Marco
Am Freitag, dem 23.10.2026 stellte die Prokuratorie von San Marco das in je zwei Bänden, in deutscher und italienischer Sprache erschienene Werk von Jutta Dresken-Weiland „Die Ciboriumsäulen von San Marco in Venedig. Der größte Bilderzyklus der frühchristlichen Kunst“/ „Le colonne del ciborio di San Marco. Il più grande ciclo di immagini dell’arte paleocristiana“ vor.
Dr. Chiara Boldrin drückte die Freude der Prokuratorie über das Erscheinen dieses Buches aus, das dieses bedeutende Denkmal erstmals vollständig fotografisch und wissenschaftlich behandelt. PD Dr. Richard Erkens sprach für das Deutsche Studienzentrum Venedig, an dem die Autorin mit einem Stipendium an den Säulen geforscht hatte, und freute sich über das Werk, das aus diesen Anfängen hervorgegangen ist.
Dr. Albrecht Weiland dankte im Namen des Verlags der Prokuratorie für die Genehmigung der Publikation und die Übernahme der Übersetzungskosten. Prof. Dr. Franz Alto Bauer, Professor für spätantike und byzantinische Kunstgeschichte, würdigte die Arbeit in einem Vortrag.
Der größte Bilderzyklus der frühchristlichen Kunst
Die reliefierten Marmorsäulen am Hauptaltar von San Marco kamen nach dem Vierten Kreuzzug 1204 aus Konstantinopel nach Venedig. In 324 Nischen zeigen sie den größten nahezu vollständig erhaltenen Bilderzyklus der frühchristlichen Kunst, von der Vorgeschichte der Geburt Mariens bis zur Himmelfahrt Christi. Obwohl sie zu den bedeutendsten Denkmälern ihrer Epoche gehören, wurden sie bislang weder umfassend erforscht noch vollständig abgebildet.
Das zweibändige Werk leistet nun beides. Alle 324 Nischen werden in einzelnen Abbildungen präsentiert. Es deutet sämtliche Szenen und datiert die Säulen in die Zeit Kaiser Justinians (527–565). Die beiden Bände umfassen 704 Seiten im Großformat.
Das Buch richtet sich an Kunsthistoriker, Archäologen und Theologen ebenso wie an alle, die sich für Venedig, Byzanz und die frühchristliche Kunst interessieren oder einfach Freude an großformatigen Bildbänden haben.
Ebenfalls von Jutta Dresken-Weiland: Die frühchristlichen Mosaiken von Ravenna
Wer sich für frühchristliche Kunst interessiert, findet in einem weiteren Werk der Autorin eine ideale Ergänzung:
Ihr Buch zu den Mosaiken von Ravenna ist in einer leicht überarbeiteten Neuauflage erschienen, auf Deutsch und auf Englisch. Die Mosaiken von Ravenna gehören wie die Ciboriumsäulen von San Marco zu den bedeutendsten Bildzeugnissen der Spätantike und stammen zum Teil ebenfalls aus der Zeit Kaiser Justinians.