Nils Büttner, Christoph Wagner (Hrsg.)

Journal für Kunstgeschichte – Jahrgang 2014 Heft 4

Heft 4 von 2014

Vorwort der Herausgeber Von Galileo’s O zu Hollywoods Kriegen Das Medienecho war gewaltig, als der kurz zuvor als wissenschaftliche Sensation publizierte Druck von Galileos Siderius Nuncius als Fälschung entlarvt wurde. Wolfgang Ullrich hat die Affäre unter dem Titel „Der gefälschte Mond, Teil 3“ für DIE ZEIT (Nº 04/2014) pointiert zusammengefasst.1 Was diesen Fall für den kunstwissenschaftlichen Diskurs bedeutsam macht, ist der Umstand, dass durch diese Fälschung nicht nur die vom Gewinnstreben geblendeten Protagonisten eines überheizten Kunstmarktes genarrt wurden, sondern ein auch mit Kunsttechnologen besetztes Team von Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen, unter Leitung eines prominenten Kunsthistorikers. Deshalb sollten die Ereignisse ein Nachdenken über einen Fachdiskurs anstoßen, der solche Fehler hervorbringen konnte. Das Expertenteam hatte „Galileo’s O“ eine opulente, zweibändige Publikation gewidmet, in deren Besprechung der amerikanische Wissenschaftshistoriker Nick Wilding deutliche Zweifel an der Authentizität des Galileo-Exemplars mit den „eigenhändigen“ Illustrationen angemeldet hatte. Später erbrachte er gemeinsam mit Paul Needham den unwiderlegbaren Beweis, [...]

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1. Auflage (2014), 17 x 24 cm, Broschur klebegebunden,

Erscheinungstermin: 15. Dezember 2014
Artikelnummer: 51414 Kategorie:

Vorwort der Herausgeber Von Galileo’s O zu Hollywoods Kriegen Das Medienecho war gewaltig, als der kurz zuvor als wissenschaftliche Sensation publizierte Druck von Galileos Siderius Nuncius als Fälschung entlarvt wurde. Wolfgang Ullrich hat die Affäre unter dem Titel „Der gefälschte Mond, Teil 3“ für DIE ZEIT (Nº 04/2014) pointiert zusammengefasst.1 Was diesen Fall für den kunstwissenschaftlichen Diskurs bedeutsam macht, ist der Umstand, dass durch diese Fälschung nicht nur die vom Gewinnstreben geblendeten Protagonisten eines überheizten Kunstmarktes genarrt wurden, sondern ein auch mit Kunsttechnologen besetztes Team von Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen, unter Leitung eines prominenten Kunsthistorikers. Deshalb sollten die Ereignisse ein Nachdenken über einen Fachdiskurs anstoßen, der solche Fehler hervorbringen konnte. Das Expertenteam hatte „Galileo’s O“ eine opulente, zweibändige Publikation gewidmet, in deren Besprechung der amerikanische Wissenschaftshistoriker Nick Wilding deutliche Zweifel an der Authentizität des Galileo-Exemplars mit den „eigenhändigen“ Illustrationen angemeldet hatte. Später erbrachte er gemeinsam mit Paul Needham den unwiderlegbaren Beweis, dass der antiquarische Sensationsfund eines Galileo-Erstdruckes mit gezeichneten Illustrationen eine plumpe Fälschung war. An der schmalen von den Herausgebern der üppigen Bände zu „Galileo’s O“ publizierten Apologie, die als dritter Band des zweibändigen Werkes erschien, war Nick Wilding nicht beteiligt. Für uns war das Grund genug, ihn um eine Besprechung dieses dritten Bandes zu bitten und seiner Sicht auf den kunstwissenschaftlichen Diskurs ein Forum zu bieten und diesen Diskurs zugleich anzuregen. Dazu leisten auch die anderen Rezensionen dieses Heftes einen Beitrag, die wiederum ein weites Themenspektrum abdecken: Das reicht von der bildwissenschaftlichen Diskussion zu einer Kunstgeschichte des „hyperimage“ über die kulturgeschichtlichen Facetten im komplexen Verhältnis von Kunst und Alchemie bis hin zur Analyse des Kriegsfilms als prototypischem amerikanischen Filmgenre: Hollywoods Kriege! Die Besprechung des zweibändigen Kulturlexikons Film unterstreicht einmal mehr den Anspruch, die Filmgeschichte mittlerweile selbstverständlich in den kunstwissenschaftlichen Diskurs einzubinden, und dies nicht lediglich mit Blick auf Fachbegriffe wie Stemma, trateggio, Korruptele oder Basiswissen zu Filmrestaurierung und Filmedition. Im Rahmen des Journals für Kunstgeschichte hat die Filmgeschichte ihren festen Platz gefunden. Aus dem Bereich der Moderne werden die Ergebnisse eines internationalen Symposiums zu Tatlins Neuer Kunst für eine neue Welt ebenso diskutiert wie ein Ausstellungskatalog zu Paul Klees künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Thema des Fliegens unter den Vorzeichen der Kriegsereignisse des Ersten Weltkriegs. Eine „andere Moderne“ ist in der Kunst und in den Künstlern aus den ‚Ländern am Rhein 1900 bis 1922‘ zu entdecken. Zur Museumsgeschichtsschreibung in Frankreich zwischen 1795–1816 ist zu fragen, ob die Kunstpolitik der Petits-Augustins als eine Vorwegnahme moderner oder sogar postmoderner Konzepte gelesen werden kann? Mit der Besprechung des Werkkatalogs zu Caspar David Friedrichs Zeichnungen kommt der mehrteilige Forschungsüberblick zu Caspar David Friedrich, den die Herausgeber mit Übernahme dieser Zeitschrift übernommen hatten, zum Abschluss. Die Diskussion wird mit neuen Perspektiven zu neuen Publikationen sicher lebendig fortzuführen sein. Nicht minder aufmerksam ist auf eine neue Gesamtdarstellung zu Hieronymus Bosch zu blicken, wie eine neue monografische Untersuchung zum Herrenberger Altar von Jerg Ratgeb zu vermelden ist. Auch für die nächsten Hefte freuen wir uns auf zahlreiche spannende Beiträge, was die Vorschau erweisen mag. Darüber hinausgehende Rezensionsvorschläge sind der Redaktion jederzeit willkommen! Auch die Arbeit an diesem Heft hat uns diversen Personen zu Dank verpflichtet. Neben den Autorinnen und Autoren danken wir wiederum einmal unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Regensburg und Stuttgart für die reibungslose organisatorische Unterstützung, namentlich Gerald Dagit, Katharina Frank, Theresa Häusl, Dr. Andrea Richter und Daniel Rimsl.

Nils Büttner, Christoph Wagner (Hrsg.)

Sprache: Deutsch
Auflage: 1 (2014)
Medium: Heft
Einbandart: Broschur klebegebunden
Format: 17 x 24 cm
Gewicht: 311 g
Erscheinungsdatum: 15. Dezember 2014
Verlag: Schnell & Steiner
Cover: Cover download

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