Christoph Wagner, Birgit Ulrike Münch (Hrsg.)

Journal für Kunstgeschichte – Jahrgang 2022 Heft 1

Heft 1 von 2022

Vorwort der Herausgeber „The Milk of Dreams“ Keine zwei Monate, dann wird die 59. Biennale (23.04.–27.11.2022) eröffnet werden. Sie war verschoben worden – aus diesem Grund und nach über zwei Jahren Pandemie – wird die Mammutausstellung in Venedig in diesem Jahr noch drängender Erwartet als sonst. Die Liste der gezeigten Künstlerinnen und Künstler wurde Anfang Februar veröffentlicht und umfasst 213 Künstlerinnen und Künstler, von welchen allein 33 bereits zuvor an einer Biennale beteiligt waren. Fast 1.500 Objekte werden zu erleben sein. Die Biennale steht unter dem Motto „The Milk of Dreams“, ein Titel, der bei Kunsthistorikerinnen und Kunsthistorikern unmittelbar vielfältige Assoziationen der allumfassenden Nährung im sakralen wie profanen Kontext wachruft. Entlehnt ist er einem Kinderbuch, das die britisch-mexikanische surrealistische und feministische Malerin Leonora Carrington verfasste und das auf Wandzeichnungen wie Notizblockskizzen der Künstlerin für ihre Kinder mit fantasievollen Kreaturen zurückgeht. Warum dieser Titel gewählt wurde, erläutert Kuratorin Cecilia Alemani mit [...]

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Reihe: 1. Auflage (2022), 104 Seiten, 17 x 24 cm, Broschur klebegebunden,

Erscheinungstermin: 07. März 2022
ISBN: 50211
Artikelnummer: 50211 Kategorie:

Vorwort der Herausgeber „The Milk of Dreams“ Keine zwei Monate, dann wird die 59. Biennale (23.04.–27.11.2022) eröffnet werden. Sie war verschoben worden – aus diesem Grund und nach über zwei Jahren Pandemie – wird die Mammutausstellung in Venedig in diesem Jahr noch drängender Erwartet als sonst. Die Liste der gezeigten Künstlerinnen und Künstler wurde Anfang Februar veröffentlicht und umfasst 213 Künstlerinnen und Künstler, von welchen allein 33 bereits zuvor an einer Biennale beteiligt waren. Fast 1.500 Objekte werden zu erleben sein. Die Biennale steht unter dem Motto „The Milk of Dreams“, ein Titel, der bei Kunsthistorikerinnen und Kunsthistorikern unmittelbar vielfältige Assoziationen der allumfassenden Nährung im sakralen wie profanen Kontext wachruft. Entlehnt ist er einem Kinderbuch, das die britisch-mexikanische surrealistische und feministische Malerin Leonora Carrington verfasste und das auf Wandzeichnungen wie Notizblockskizzen der Künstlerin für ihre Kinder mit fantasievollen Kreaturen zurückgeht. Warum dieser Titel gewählt wurde, erläutert Kuratorin Cecilia Alemani mit dem Phänomen der freien Möglichkeiten in den Welten, dieCarrington in ihren Werken beschreibt, eine Grenzöffnung der starren Definition des Menschen. Verhandelt werden soll die Frage, was das Leben ausmache, somit auch Mensch-Tier-Pflanzen-Relationen. Dies wird anhand von Körperrepräsentationen und ihren Metamorphosen, Individuen und Technologien sowie der Verbindung von Erde und Menschen erreicht. Hier schwingt ‚global justice‘ und ‚heritage‘ ebenso mit wie die Themen künstliche Intelligenz oder Nachhaltigkeit, somit zahlreiche neue Denkanstöße und Perspektiven für unser Fach. Auch das vorliegende Heft bietet mit seinen Rezensionen einen weitgespannten, ja polyperspektivischen Überblick über unterschiedliche Themengebiete, Gattungen und Epochen der aktuellen Kunst- und Architekturgeschichte: Mit großer Kennerschaft stellt Samuel Vitali die Neuübersetzungen der Bildhauerviten zu Domenico Fontana, François Duquesnoy und Alessandro Algardi vor, die erstmals dem deutschsprachigen Publikum mit ausführlichen Kommentaren zur Terminologie Belloris und Biografien der Künstler zugänglich sind. In der Analyse der Viten Belloris ist zu diskutieren, welche Rolle Fontana und die Architektur im Allgemeinen für Bellori spielte, bei den Bildhauern Duquesnoy und Algardi, welche Bedeutung Bellori der Bildhauerei beimaß, der der modernen Skulptur kritisch gegenüberstand, wie die Autoren darlegen können. Klaus Jan Philipp widmet sich der Besprechung der monumentalen Publikation von Christiane Salge über Baukunst und Wissenschaft. Architektenausbildung an der Berliner Bauakademie um 1800. Die Gründungsgeschichte der akademischen und praktischen Architektenausbildung an der Berliner Bauakademie ist dabei in die Entwicklung der Vorgängerinstitutionen und in internationale Vergleiche eingebettet. Jens Wiedow stellt den nicht minder monumentalen, siebenbändigen Architectural Guide zu Sub-Saharan Africa von Adil Dalbai and Philipp Meuser vor. Das umfangreiche Kompendium erläutert und kontextualisiert die heterogenen Bauwerke und Architekturstile in 49 afrikanischen Ländern südlich der Sahara und liefert so erstmals eine umfassende Überblicksdarstellung der Architektur nahezu des gesamten Kontinents im 21. Jahrhundert. Nadia Radwan bringt uns mit Blick auf die Publikation von Anneka Lenssen die bisher wenig erforschte Kunstgeschichte Syriens zwischen 1900 und 1965 nahe, die die künstlerischen, ästhetischen und intellektuellen Reaktionen exemplarischer syrischer Künstler auf die politischen und kulturellen Entwicklungen verortet. Joachim Poeschke diskutiert Achim Gnanns Publikation zu Rembrandt Landschaftszeichnungen, mit zahlreichen Zuschreibungsfragen und einer eindringlichen Auseinandersetzung mit 260 Landschaftszeichnungen Rembrandts. Bastian Eclercy rezensiert Keith Christiansens und Carlo Falcianis Ausführungen im Ausstellungskatalog zur Florentiner Porträtmalerei des Cinquecento im Metropolitan Museums New York, The Medici. Portraits and Politics, 1512–1570. Der Fokus liegt hier auf den Werken Pontormos, Bronzinos oder auch Salviatis mit ihren politischen, gesellschaftlichen und literarischen Kontexten während der Herrschaft der Medici. Sara Fitze geht den Spurensicherungen von Karlheinz Dietz nach, der ein in Mantua verlorenes Selbstbildnis Dürers, laut Vasari ein Geschenk an Raffael, im Volto Santo in Manoppello wiederfindet. Dominic E. Delarue stellt Achim Hubels erstmals vollständig mit Farbabbildungen illustrierte Gesamtdarstellung der Glasmalereien des Regensburger Doms. Vom 13. Bis zum 20. Jahrhundert vor. Die ideologischen Konflikte und vielfältigen ökonomischen, sozialen und politischen Krisen, mit denen Kunstschaffende in der Zeit zwischen Weltwirtschaftskrise und Zweitem Weltkrieg konfrontiert waren, fasst Otto Karl Werckmeister – vorgestellt von Sara Tröster Klemm – in seiner Publikation The Political Confrontation zusammen. Christine Grohn beleuchtet die von Tim Benton zusammengefasste Architektur- und Sanierungsgeschichte der von Le Corbusier und Eileen Gray an der Côte d’Azur errichteten und ausgestalteten Gebäude am Cap Moderne. Bernhard Rusch präsentiert Beat Stutzers Darstellung zu Augusto Giacomettis abstrakter Malerei, die im Gesamtoeuvre des Künstlers bisher wenig Beachtung fand. Stefan Jung schließlich folgt Jelena Rakins filmgeschichtlichen Recherchen zur Ästhetik des kolorierten Bildes im Kino 1895–1930, die eine interdisziplinäre Geschichte des frühen Farbfilms liefert. Wie immer danken wir in herzlicher Verbindlichkeit allen Autor*innen für ihre Beiträge und unseren Mitarbeiterinnen Celina Berchtold und Hannah Semsarha für die redaktionelle Unterstützung

Christoph Wagner, Birgit Ulrike Münch (Hrsg.)

Reihe: (ZJB-JOUR)
Sprache: Deutsch
Auflage: 1 (2022)
Medium: Heft
Einbandart: Broschur klebegebunden
Seitenzahl: 104
Format: 17 x 24 cm
Gewicht: 291 g
Erscheinungsdatum: 07. März 2022
ISBN: 50211
Verlag: Schnell & Steiner
Cover: Cover download

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