Der »Deutsche Katholizismus« steht als Begriff für den spezifischen Weg, den die katholische Kirche in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert zurücklegte. Er gibt ihr bis heute eine besondere Gestalt. Geboren aus der »Verlustgeschichte« der Säkularisation und der mühsamen Auseinandersetzung mit einer zunächst hemmenden Staatskirchenhoheit, war es ein Weg der Emanzipation und des Engagements, der maßgeblich von katholischen Laien beschritten und von der kirchlichen Hierarchie unterstützt wurde. Der Katholizismus wurde so zu einem wichtigen ›Treiber‹ und zugleich stabilen Faktor in der Bewährung, ohne den sich die Entwicklung der deutschen Gesellschaft in vielen Bereichen des sozialen, pädagogischen, wissenschaftlichen und politischen Lebens nicht verstehen lässt. In Würzburg zu Gast war der »Deutsche Katholizismus« immer wieder: Zu Katholikentagen und Kongressen, bei der ersten synodalen Zusammenkunft der deutschen Bischöfe (1848) und in den fünf Jahren der »Würzburger Synode« (1971–1975). Diese »Erinnerungsorte« waren Etappen und mutige Schritte auf dem Weg in eine den Zeitgenossen stets noch verborgene Zukunft. Der Band lädt ein zu knappen, gut lesbaren ›Ortsbegehungen‹ und ermöglicht die ebenso informative wie unterhaltende Begegnung mit Ereignissen, Entwicklungen und Menschen.
- Zur Geschichte des Katholizismus in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert
- Prägnante und unterhaltsame Schilderung bedeutender Personen und Ereignisse
