Wer schreibt ein Testament? Dieser Frage geht Helena Iwasinski ausgehend vom Testament des kurhannoverschen Feldmarschalls und Freiherrn August Friedrich von Spörcken (1698–1776) nach. Sie vertritt die These, dass es sich bei gerichtlich errichteten Testamenten in ihrer gesamten Dimension um das Ergebnis des Willens vieler Akteure und Akteurinnen handelt, die einander in verschiedenartigen Beziehungen gegenüberstanden, und dass sich darin verschiedene Personenkonzepte einschreiben. Zudem zeigt sie auf, wie mittels dieses Testamentes sowie weiterer (Rechts-)Dokumente, die mit dem Testament in Beziehung standen, Besitz und Herrschaft innerhalb und außerhalb der niederadeligen Dynastie von Spörcken im 18. Jahrhundert transferiert wurden. Diese Studie entwirft dabei neue Perspektiven für die Adels-, Testaments- und historischen Verwandtschaftsforschung sowie die Historischen Hilfswissenschaften.
- Das Buch entwirft neue Perspektiven auf den Transfer von Besitz und Herrschaft im niederen Adel und leistet einen neuen Beitrag zur Adelsforschung.
- Testamente stellen in Besitz- und Herrschaftstransferprozessen nur ein Rechtsinstrumentarium von vielen dar und sind das Ergebnis gemeinschaftlichen Handelns.
