Nils Büttner, Christoph Wagner (Hrsg.)

Journal für Kunstgeschichte – Jahrgang 2015 Heft 3

Heft 3 von 2015

Vorwort der Herausgeber „Das Ende der Kunstgeschichte“ – so lautete der als wirksamer Paukenschlag gesetzte Titel einer Publikation, mit der Hans Belting 1983 die Kunstwissenschaft erfolgreich in Unruhe versetzte. Das ist nun über drei Jahrzehnte her und seitdem hat sich die Kunstgeschichte als wissenschaftliche Disziplin aus mancherlei Gründen und in mehrfacher Hinsicht fundamental gewandelt: Kaum vorzustellen, dass noch in der Mitte der 1980er Jahre eine Vorlesung über René Magritte an einer großen deutschen Universität als methodologisches ‚ Ereignis‘ – um nicht zu sagen: als Wagnis – im Vorstoß der Kunstwissenschaft in die Kunst des 20. Jahrhunderts betrachtet wurde. Der bis dahin kaum denkbare umfassende Anschluss der Kunstgeschichte an die Perspektiven und Fragen der Kunst der Moderne und der Gegenwartskunst ist heute flächendeckend vollzogen, so dass mit Blick auf die Forschungs- und Studienschwerpunkte der heutigen Kunstgeschichtsstudierenden weniger die Kenntnis der Moderne und der Gegenwartskunst als die solide Beachtung der [...]

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Reihe: 1. Auflage (2015), 17 x 24 cm, Broschur klebegebunden,

Erscheinungstermin: 26. August 2015
Artikelnummer: 51513 Kategorie:

Vorwort der Herausgeber „Das Ende der Kunstgeschichte“ – so lautete der als wirksamer Paukenschlag gesetzte Titel einer Publikation, mit der Hans Belting 1983 die Kunstwissenschaft erfolgreich in Unruhe versetzte. Das ist nun über drei Jahrzehnte her und seitdem hat sich die Kunstgeschichte als wissenschaftliche Disziplin aus mancherlei Gründen und in mehrfacher Hinsicht fundamental gewandelt: Kaum vorzustellen, dass noch in der Mitte der 1980er Jahre eine Vorlesung über René Magritte an einer großen deutschen Universität als methodologisches ‚ Ereignis‘ – um nicht zu sagen: als Wagnis – im Vorstoß der Kunstwissenschaft in die Kunst des 20. Jahrhunderts betrachtet wurde. Der bis dahin kaum denkbare umfassende Anschluss der Kunstgeschichte an die Perspektiven und Fragen der Kunst der Moderne und der Gegenwartskunst ist heute flächendeckend vollzogen, so dass mit Blick auf die Forschungs- und Studienschwerpunkte der heutigen Kunstgeschichtsstudierenden weniger die Kenntnis der Moderne und der Gegenwartskunst als die solide Beachtung der Dimension des Historischen und seiner Tiefendimensionen kunsthistorische Aufmerksamkeit verlangt. Seit dem iconic turn und dem pictorial turn in den 1990er Jahren hat sich die Kunstwissenschaft in einer im Jahrzehnt zuvor ebenfalls nicht vorstellbaren Form zur universellen Bildwissenschaft gewandelt, die für das gesamte Feld der Visualisierungen in den Geistes- und Kulturwissenschaften in neuer Form orientierungsgebend wirkte. Visuelle Breitenkultur, Foto-, Film- und Mediengeschichte, Provenienzforschung, Neuroästhetik, Global Art und manches mehr sind zu selbstverständlichen Aktionsfeldern der kunstwissenschaftlichen Forschung geworden und werden in dieser Breite auch im Journal für Kunstgeschichte abgebildet. Dabei wurde nicht nur deutlich, dass die Kunstwissenschaft dank ihrer genuinen methodologischen Instrumentarien, der historischen Tiefenschärfe ihrer historischen Quellenkenntnis und der vergleichenden synoptischen Betrachtung transnationaler und transmedialer künstlerischer Phänomene diese Ausweitung ihrer Gegenstands- und Zuständigkeitsfelder möglich gemacht hat, sondern zugleich an diesen Prozessen in der methodologischen Reflexion gewachsen ist. Im wissenschaftshistorischen Rückblick erweist sich Beltings gelegentlich als Abgesang missinterpretiertes Wort vom „Ende der Kunstgeschichte“ als ein Impuls für einen Erneuerungsprozess der Kunstwissenschaft, in dem alte und neue Arbeitsfelder, Methoden und Instrumentarien in neuer Weise miteinander konkurrieren. Im vorliegenden Heft des Journals für Kunstgeschichte wird die höchst aktuelle Diskussion um die ZERO-Kunst der späten 1950er und 1960er Jahre in den Blick genommen oder der Kanon des Kleeschen Bildkosmos sondiert: Paul Klee. Sonderklasse. 210 Journal für Kunstgeschichte 19, 2015, Heft 3 Unverkäuflich. Auf die methodologische Diskussion um die Frage, inwieweit Kunst und Künstler selbst Forschung betreiben, gibt die Publikation Künstlerische Forschung. Ein Handbuch eine selbstbewusste Antwortet, begleitet von einem Beitrag zu einer neuen Perspektive auf André Malraux und das imaginäre Museum. Die Weltkunst im Salon. Die Katholische Bildertheologie der Frühen Neuzeit rückt anhand von Traktaten von Johannes Molanus, Gabriele Paleotti in den Blick, ebenso die Bildstrategien in den Kupferstichen der deutschen Kleinmeister bei Dürers unfolgsamen Erben. Art, Music and Spectacle in the Age of Rubens sind Thema, außerdem die Neuerscheinungen zu Spectacular Rubens. The Triumph of the Eucharist, Vermeer: La fabrique de la gloire und die Bilderzählungen in der Vogelmalerei des niederländischen Barocks. Neben dem Münchner Rokoko von Asam bis Günther kann man die bemerkenswerte Berliner Künstlerkarriere von Daniel Nikolaus Chodowieckis oder das Lebenswerk des Malers Max Thedy (1858–1924) studieren. Das Spektrum reicht auch dieses mal bis zur Antike mit einer Studie über Griechische Kunstwerke im politischen Leben Roms und Konstantinopels, über mittelalterliche Architektur in der ehemaligen Frauenstiftskirche St. Salvator zu Susteren und ihrer Stellung in der Architektur des 11. Jahrhunderts oder der Denkmalpflege und Forschung in der Kirche St. Peter in Petersberg bei Fulda. Die Herausgeber danken den Autorinnen und Autoren für ihre Beiträge und Anregungen: Wir freuen uns über jeden Vorschlag, der jenseits des „Endes der Kunstgeschichte“ die Lebendigkeit des Faches in der ganzen Breite seiner methodischen und fachlichen Spielarten unter Beweis stellt, und zukunftsweisende Perspektiven eröffnet. In diesem Sinne sind wir auch für Rezensionsvorschläge offen, die den Horizont der Kunstwissenschaft zu erweitern vermögen. Auch die kritische Würdigung eines wichtigen Buches ist stets willkommen. Dank gilt auch dieses Mal wieder den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Regensburg und Stuttgart, die unsere editorische Arbeit redaktionell unterstützt haben, allen voran in diesem Heft Frau Anne Wiegand und Frau Katharina Frank.

Nils Büttner, Christoph Wagner (Hrsg.)

Reihe: (ZJB-JOUR)
Sprache: Deutsch
Auflage: 1 (2015)
Medium: Heft
Einbandart: Broschur klebegebunden
Format: 17 x 24 cm
Gewicht: 310 g
Erscheinungsdatum: 26. August 2015
Verlag: Schnell & Steiner
Cover: Cover download

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