Nils Büttner, Christoph Wagner (Hrsg.)

Journal für Kunstgeschichte – Jahrgang 2019 Heft 3

Heft 3 von 2019

Vorwort der Herausgeber Das dolce far niente der Sommermonate bietet auch den Herausgebern die willkommene Gelegenheit, bei einem schönen Glas Rotwein entspannt launig diejenigen Bücher durchzusehen, die – aus verschiedenen Gründen – nicht im Journal für Kunstgeschichte ausführlich besprochen werden können: So einige Früchte des Jubiläumsjahrs, wie der Band Pieter Bruegel. Das vollständige Werk (Köln: Taschen 2018) von Jürgen Müller und Thomas Schauerte, der neben seinen sachkundigen Ausführungen und den Werkverzeichnissen zu den Gemälden, Zeichnungen und Kupferstichen vor allem durch seine zahlreichen Close-up-Aufnahmen im Großformat und in hervorragender Druckqualität dazu einlädt, Bruegels skurrile Bildwelten auch außerhalb der überfüllten Ausstellungsevents und Museumshallen ausgiebig und im Detail neu zu studieren. Eine echte Alternative, sich auch vor dem Original nicht immer einfach erkennbare Bilddetails anzuschauen, ohne den Museumsalarm auszulösen! Das als „Jubiläumsausgabe zum 500. Todestag“ im selben Verlag neu aufgelegte Leonardo-Buch von Frank Zöllner (Leonardo da Vinci. 1452–1519. Sämtliche Gemälde und Zeichnungen, Köln: [...]

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Reihe: 1. Auflage (2019), 17 x 24 cm, Broschur klebegebunden,

Erscheinungstermin: 16. September 2019
Artikelnummer: 51913 Kategorie:

Vorwort der Herausgeber Das dolce far niente der Sommermonate bietet auch den Herausgebern die willkommene Gelegenheit, bei einem schönen Glas Rotwein entspannt launig diejenigen Bücher durchzusehen, die – aus verschiedenen Gründen – nicht im Journal für Kunstgeschichte ausführlich besprochen werden können: So einige Früchte des Jubiläumsjahrs, wie der Band Pieter Bruegel. Das vollständige Werk (Köln: Taschen 2018) von Jürgen Müller und Thomas Schauerte, der neben seinen sachkundigen Ausführungen und den Werkverzeichnissen zu den Gemälden, Zeichnungen und Kupferstichen vor allem durch seine zahlreichen Close-up-Aufnahmen im Großformat und in hervorragender Druckqualität dazu einlädt, Bruegels skurrile Bildwelten auch außerhalb der überfüllten Ausstellungsevents und Museumshallen ausgiebig und im Detail neu zu studieren. Eine echte Alternative, sich auch vor dem Original nicht immer einfach erkennbare Bilddetails anzuschauen, ohne den Museumsalarm auszulösen! Das als „Jubiläumsausgabe zum 500. Todestag“ im selben Verlag neu aufgelegte Leonardo-Buch von Frank Zöllner (Leonardo da Vinci. 1452–1519. Sämtliche Gemälde und Zeichnungen, Köln: Taschen 2019) wartet immerhin mit einem neuen Vorwort zum Megadeal des millionenschweren Auktionsereignisses des im November 2017 für 450 Millionen US-Dollar bei Christie’s in New York als „teuerstes Gemälde der Welt“ versteigerten Salvator mundi von Leonardo auf. Das 2003 erstmals publizierte Buch bleibt nach wie vor gewichtig und lesenswert, auch wenn die in Text und Bild vollzogene drastische Verkleinerung des Formats – anders als bei Bruegel – in der Neuauflage nur bedingt zum schmökernden Verweilen oder zum Studieren der Abbildungen einlädt. Zum Bauhaus-Jahr hält man nun auch die Neuauflage des in Format und Umfang Vergrößerten Bandes Bauhaus 1919–1933 (Köln: Taschen 2019) in den Händen. Auch wenn es heißt, dass der seit 1990 immer wieder neu aufgelegte, rund 30 Jahre alte Text von Magdalena Droste hier eine „aktualisierte Neuauflage“ nach der Ausgabe von 1998 erfahren habe, so ist doch schwerlich zu übersehen, dass der Forschungsstand der letzten Jahre hier keinen Eingang gefunden hat. Einigermaßen perplex macht es, dass man gleich auch die Fehler der ursprünglichen Ausgabe neu gedruckt und in mehrere Weltsprachen übersetzt hat: Schon 2010 hat Volker Wahl in einem lesenswerten Aufsatz über Das Programm für eine nicht stattgefundene Morgenfeier des Staatlichen Bauhauses Weimar im März 1920 darauf hingewiesen, dass der von Droste fälschlicherweise als prominente Auftaktveranstaltung ins Jahr 1919 datierte Festakt in Weimar niemals stattgefunden hat: „So wird heute noch an der falschen Beschriftung und Zuschreibung von 1938 festgehalten in: Bauhaus-Archiv, Magdalena Droste. Bauhaus 1919–1933. Köln: Taschen Verlag 2006, S. 23. Obwohl die Forschung längst weiter ist, bieten Verlage aus Kosten und Urheberrechtsgründen Neuauflagen als unveränderte fotomechanische Nachdrucke an.“ (Wahl, S. 165, Anm. 6) Der Einladungsdruck, auf den sich Droste dabei stützt, wird seit Langem auch nicht mehr Karl Peter Röhl (Droste, S. 24), sondern Adolf Meyer, dem Mitarbeiter von Walter Gropius zugeschrieben: „Man will es gar nicht glauben, dass Walter Gropius, in dessen Nachlass im Bauhaus- Archiv Berlin sich das abgebildete Blatt heute befindet, nicht mehr wusste, dass es im März 1919 gar keine Eröffnungsfeier für das neue Staatliche Bauhaus im Deutschen Nationaltheater gegeben hat, zumal die beantragte Umbenennung der Hochschule für bildende Kunst, als deren Direktor er berufen worden war, noch gar nicht stattgefunden hatte und erst ab 12. April 1919 wirksam wurde. Das Theater in Weimar war zudem seit 6. Februar 1919 die Tagungsstätte der Deutschen Nationalversammlung geworden und stand nicht für andere Veranstaltungen zur Verfügung. Gar nicht davon zu reden, dass der 21. März 1919 kein Sonntag, sondern der Freitag war, erst im folgenden Schaltjahr 1920 fiel der 21. März auf den Sonntag. Und so war es tatsächlich der 21. März 1920, den man für eine solche ‚Feier des Staatlichen Bauhauses‘ vorgesehen hatte.“ (Wahl, S. 159) Der Aufsatz wäre für das Lektorat im Internet einfach zu finden gewesen. Aber was soll’s: Ein weiteres Mal werden wir nach der Sommerpause arglosen Proseminaristen in den Einführungsveranstaltungen die Mär vom Festakt „zur Eröffnung des Bauhauses am 21. März 1919 im Nationaltheater Weimar“ (Droste, S. 30) freundlich austreiben. Wie immer danken wir unseren Autorinnen und Autoren des Journals, die sich für unsere Leserinnen und Leser temperamentvoll durch die Neuerscheinungen des Jubiläumsbauhausjahres hindurcharbeiten.

Nils Büttner, Christoph Wagner (Hrsg.)

Reihe: (ZJB-JOUR)
Sprache: Deutsch
Auflage: 1 (2019)
Medium: Heft
Einbandart: Broschur klebegebunden
Format: 17 x 24 cm
Gewicht: 270 g
Erscheinungsdatum: 16. September 2019
Verlag: Schnell & Steiner
Cover: Cover download

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