Nils Büttner, Christoph Wagner (Hrsg.)

Journal für Kunstgeschichte – Jahrgang 2016 Heft 3

Heft 3 von 2016

Vorwort der Herausgeber Reformation Schon jetzt allgegenwärtig zeitigt das 500-jährige Jubiläum der Reformation 2017 auf dem Buchmarkt in einer Vielzahl von wissenschaftlichen Publikationen und Ausstellungskatalogen aus den unterschiedlichsten Bereichen seine Auswirkungen. Auch die Kunstgeschichte ist umfassend an den Diskussionen um die Erforschung und Neubewertung der komplexen Prozesse der Konfessionalisierung beteiligt, die im Zuge der Reformation nicht weniger als eine neue religiöse Weltordnung etablierten. Diese wachsende Flut an Publikationen zum Jubiläumsjahr 2017 überschneidet sich mit den Nachwirkungen des 500. Geburtstages des jüngeren Cranachs im Jahr 2015, die nun auch bis ins Reformationsjahr 2017 nicht ganz abebbt. Mit der Reformation ist auch Lucas Cranach d. Ä. und dessen Werkstatt thematisch unmittelbar verknüpft, ist doch bis heute das prägende Bild vom Reformator im Medium des Porträts von Cranachs Werkstatt geschaffen worden. Unüberschaubar scheinen die Inhalte und Ziele dieser Neuerscheinungen. Sie reichen von Überblicksschriften, reich bebilderten Coffee Table Books über umfassende wissenschaftliche Tagungsbände bis [...]

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1. Auflage (2016), 17 x 24 cm, Broschur klebegebunden,

Erscheinungstermin: 29. August 2016
Artikelnummer: 51613 Kategorie:

Vorwort der Herausgeber Reformation Schon jetzt allgegenwärtig zeitigt das 500-jährige Jubiläum der Reformation 2017 auf dem Buchmarkt in einer Vielzahl von wissenschaftlichen Publikationen und Ausstellungskatalogen aus den unterschiedlichsten Bereichen seine Auswirkungen. Auch die Kunstgeschichte ist umfassend an den Diskussionen um die Erforschung und Neubewertung der komplexen Prozesse der Konfessionalisierung beteiligt, die im Zuge der Reformation nicht weniger als eine neue religiöse Weltordnung etablierten. Diese wachsende Flut an Publikationen zum Jubiläumsjahr 2017 überschneidet sich mit den Nachwirkungen des 500. Geburtstages des jüngeren Cranachs im Jahr 2015, die nun auch bis ins Reformationsjahr 2017 nicht ganz abebbt. Mit der Reformation ist auch Lucas Cranach d. Ä. und dessen Werkstatt thematisch unmittelbar verknüpft, ist doch bis heute das prägende Bild vom Reformator im Medium des Porträts von Cranachs Werkstatt geschaffen worden. Unüberschaubar scheinen die Inhalte und Ziele dieser Neuerscheinungen. Sie reichen von Überblicksschriften, reich bebilderten Coffee Table Books über umfassende wissenschaftliche Tagungsbände bis hin zu Grundlagenstudien, die neue Erkenntnisse erbringen. Ein neuer Konsens scheint sich abzuzeichnen, dass die Reformation nicht holzschnittartig mit dem Thesenanschlag als Epochenzäsur und einschneidendes historisches Ereignis zu bewerten ist, was sie sicherlich auch ist, sondern als ein komplexer Transformationsprozess aus Kontinuitäten vom ‚alten‘ zum ‚neuen‘ Glauben verstanden werden muss. Das gilt auch für die Prozesse der Konfessionalisierung im Bereich der Kunstgeschichte, die erst über Jahrzehnte hinweg zu neuen ikonografischen und ikonologischen Akzenten, Bildgattungen, künstlerischen Darstellungsformen und kunstsoziologischen Prozessen führten. Auch das Journal für Kunstgeschichte stellt sich in der vorliegenden Ausgabe mit einem Schwerpunkt auf Rezensionen zu Neuerscheinungen über die Cranach-Werkstatt, über das Zeitalter der Konfessionalisierung und über die Reformation diesem aktuellen und bedeutenden Themenbereich. Mit zwei Besprechungen zu Cranach d. Ä. als bedeutendem Maler und Porträtisten der nordalpinen Renaissance, den ausstellungsbegleitenden Katalogen Cranach, Luther und die Bildnisse und Cranach in Anhalt. Vom alten zum neuen Glauben, liegt ein erstes Schlaglicht dieser Ausgabe auf der Zeit der Reformation. Ergänzt werden diese Beiträge durch die Besprechung der Ausstellung und des zugehörigen Katalogs der von Mai bis August dieses Jahres in Neuburg an der Donau ausgetragenen Ausstellung Kunst & Glaube. Ottheinrichs Prachtbibel und die Schlosskapelle Neuburg, die mit dem ersten genuinen protestantischen Sakralbau in Bayern und einer exquisiten Auswahl an Exponaten aus der Geschichte der Buchmalerei aufwartete. Ein weiterer Akzent liegt auf der niederländischen Malerei der Frühen Neuzeit und so werden nicht nur die Stillleben des Balthasar van der Ast, sondern auch Rubens’ Landschaftsbilder näher betrachtet. Von Bosch zu Bruegel schließt thematisch direkt daran an und erweitert unseren Blick auf die niederländische Malerei des 16. Jahrhunderts, die einem größeren Publikum bisher weitgehend unerschlossen geblieben ist. Von der Forschung ebenfalls neu beachtet werden die Landschaftsfresken in den venezianischen Villen des 16. Jahrhunderts unter dem Gesichtspunkt des ‚Ausund Durchblicks‘. In der Rezension zur Publikation The Sultan’s World wird unsere Aufmerksamkeit auf die Ost-West-Beziehungen während der Renaissance gerichtet. Hinzukommen neueste Forschungsergebnisse zur Bildnissammlung der österreichischen Erzherzogin Maria Anna. Nach einem zeitlichen Sprung erreichen wir die Klassische Moderne mit Blick auf die Jungen Löwen im Käfig. Künstlergruppen der deutschsprachigen bildenden Künstler aus Böhmen, Mähren und Schlesien in der Zwischenkriegszeit, welche sich während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in verschiedenen Organisationen formierten. How to talk about Videogames? Dieser Frage wird in jüngster Zeit auch aus kunsthistorischer Perspektive nachgegangen und so fragen wir an dieser Stelle weiterführend, ob Videospiele inzwischen zu kunstfähigen Medien geworden sind? Auf Grundlage von Analysen der Ausstellungspraxis verschiedener Künstler des 20. Jahrhunderts liefert der Band Die Kunst zu zeigen. Künstlerische Ausstellungsdisplays bei Joseph Beuys, Martin Kippenberger, Mike Kelley und Manfred Pernice einen essenziellen Beitrag zur kunsthistorischen Auseinandersetzung mit künstlerischen Ausstellungsdisplays. Wie immer wird die wissenschaftliche Diskussion getragen von Autorinnen und Autoren, denen wir an dieser Stelle herzlich für ihre Beiträge danken. Natürlich gebührt auch in diesem Heft der Dank den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Regensburg und Stuttgart, allen voran Anne Wiegand – die lektorierend – und Katharina Frank – operativ unterstützend – unsere editorische Arbeit tatkräftig unterstützen.

Nils Büttner, Christoph Wagner (Hrsg.)

Sprache: Deutsch
Auflage: 1 (2016)
Medium: Heft
Einbandart: Broschur klebegebunden
Format: 17 x 24 cm
Gewicht: 302 g
Erscheinungsdatum: 29. August 2016
Verlag: Schnell & Steiner
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