Erst mit den gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen, die als Folge der Französischen Revolution und der napoleonischen Kriege Europa erschütterten, begann der moderne Staat, mit einheitlichen Kommunal- und Armengesetzen die Voraussetzungen für eine systematische Versorgung der Armen und Kranken zu schaffen. Jahrhunderte lang waren Menschen, die unverschuldet Not litten, auf die Hilfe kirchlicher Stiftungen, auf städtische Almosenämter oder einfach auf die Geberlaune eines vermögenden Bürgers angewiesen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts änderte sich diese Situation grundlegend. In dem für den Leser übersichtlichen und nachvollziehbaren Bereich der städtischen Kommune schildert der Autor die Entstehung öffentlicher sozialer Einrichtungen wie Krankenhäuser, Altenheime und Kindergärten bis hin zu den Anfängen einer modernen Sozialpolitik. Und er zeichnet dabei oftmals die scharfen politischen, konfessionellen und sozialen Auseinandersetzungen nach, die diese Entwicklung fördernd und hemmend begleiten. Nicht zuletzt macht er deutlich, in welchem Umfang seitdem die Armenfürsorge ein wesentliches Element städtischer Politik darstellt. Für alle, die sich mit kommunaler Sozialpolitik befassen, ist dieses Buch von besonderer Aktualität. Der Autor erhielt hierfür den Joseph-Engert-Preis der Stadt Regensburg.
Von der Armenpflege zur Sozialpolitik
Die Entwicklung des Fürsorgewesens im 19. Jahrhundert am Beispiel Regensburgs
Die soziale Fürsorge: bis heute eine der wichtigsten Aufgaben von Städten und Gemeinden. Der moderne Sozialstaat, der das Erscheinungsbild der Gesellschaft unseres Jahrhunderts entscheidend mitgeprägt hat und der mit seinem umfassenden Zuständigkeitsanspruch inzwischen in einer schweren Krise steckt, ist ein Kind des 19. Jahrhunderts, dem die folgende ausgezeichnete Untersuchung am Beispiel der Stadt Regensburg gewidmet ist.
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