Der höfische Liebesdiskurs war für die Entwicklung von Sprache, Kunst und Musik im Mittelalter von großer Bedeutung. Der Tagungsband widmet sich diesem Themenkomplex mit dem Ziel, die Rolle der Künste in der mittelalterlichen Profankultur neu zu bestimmen. Aus der Perspektive einer transdisziplinär ausgerichteten Kunstgeschichte werden Objekte, Textilien, Bilder und Musikstücke des 12.–15. Jahrhunderts untersucht, die die Vorstellung von der höfischen Liebe im Dialog mit den Texten formten. Dabei wird die Bedeutung kostbarer Materialien wie Gold, Perlen, Elfenbein und Seide für die Sichtbarmachung von Schönheit und höfischem Glanz thematisiert. Ferner wird das Potenzial der Musik analysiert, Gefühle und Stimmungen ebenso wie die Sehnsucht des Individuums nach Transzendenz zum Ausdruck zu bringen. Der Band eröffnet Einblicke in die medienspezifischen Strategien, mit denen sich Künstler und Künstlerinnen an ihr Publikum wandten, und beleuchtet die Handlungszusammenhänge, in die die Objekte höfischer Liebe eingebunden waren.
- Der Sammelband präsentiert die Ergebnisse der internationalen Tagung im Juni 2022, die das Thema der höfischen Liebe umfassend diskutieren.
- Interdisziplinäre Forschungsergebnisse zu Kunst und Kultur des Mittelalters, die medienstrategische Überlegungen und Handlungszusammenhänge einbeziehen.
